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Der englische Begriff „Timeout“ kommt aus dem Sport und bedeutet „Auszeit“. Gemäss Definition kehren die Akteure nach einem Timeout wieder auf das Spielfeld zurück. Meist wird während dieser Auszeit die Taktik verändert oder ergänzt bzw. an neue Begebenheiten angepasst. In der pädagogischen Arbeit bedeutet der Begriff Timeout eine erzieherische, zeitlich beschränkte Massnahme, welche eine Auszeit von Alltag und Umfeld ermöglicht und damit Distanz schafft. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Krisenintervention ist aber von Anfang an klar, dass die Betroffenen nach einem Timeout wieder in ihr ursprüngliches Umfeld zurückkehren.
Die individuellen Zielsetzungen wie auch die Zeitdauer von Timeouts sind variabel. So kann zum Beispiel eine Entlastung des Umfelds bereits durch ein kurzes Timeout erreicht werden, wogegen Strukturveränderungen beim Umfeld oder Verhaltensveränderungen bei den Jugendlichen deutlich mehr Zeit erfordern und ausserdem abhängig sind von der Kooperationsbereitschaft der Umgebung. Aus diesem Grund unterscheidet TEAM-WERK zwischen zwei Arten von Timeout:
Ein Timeout wird durch Schul-, Vormundschafts-, Strafrechts-, Sozialbehörden oder Heime – meis-tens in Zusammenarbeit mit den Eltern – angeordnet. Jugendliche können durch ein Timeout erstmals von ihrem familiären Umfeld getrennt werden. Eine Auszeit dieser Art stellt daher für alle Beteiligten eine einschneidende Veränderung dar. Transparenz, Sorgfalt und überlegtes Handeln sind deshalb unabdingbare Voraussetzungen im Umgang mit dem Interventionsmittel Timeout. Die Indikationen für ein Timeout können unterschiedlicher Art sein. Im Allgemeinen sind die be-teiligten Personen mit der Ausgangssituation überfordert, sind aber mittel- und langfristig bereit, nicht aufzugeben. Zudem akzeptieren sie eine Intervention Dritter. Das Timeout im Rahmen von TEAM-WERK besteht in einer Fremdplatzierung bei einer Pflegefami-lie. In jedem Fall werden sowohl die Pflegefamilie als auch der platzierte Klient, die Klientin durch eine professionelle Fachperson von TEAM-WERK eng begleitet und betreut. Die pädagogischen Entscheide (z.B. Regeln, Sanktionen) obliegen nicht der Pflegefamilie, sondern der zuständigen Fachperson. In der Regel platziert TEAM-WERK einen Jugendlichen im Rahmen eines Timeouts in einem ande-ren Landesteil, um die Distanz zum herkömmlichen Umfeld auch räumlich zu unterstreichen. Viele Pflegefamilien sind in der Landwirtschaft tätig; für die meisten Klienten stellt die Platzierung auf einem Bauernhof einen Wechsel in eine nicht oder kaum bekannte Kultur dar. Die neue Situation ermöglicht es ihnen, sich neu zu erfahren und in einem neutralen Umfeld neue Verhaltensweisen einzuüben.
Ob und in welcher Form Schulunterricht während des Timeouts stattfinden soll, wird jeweils indi-viduell geklärt. Der Besuch einer öffentlichen
Schule ist im Rahmen eines Timeouts in der Regel nicht möglich. Schulischer Unterricht kann aber in Form von Fernunterricht durch die
Herkunfts-schule in der Pflegefamilie stattfinden. Eine Beschulung vor Ort respektive der Besuch der Polygon-Schule erfordern eine zusätzliche
Kostengutsprache (siehe Kostenreglement). Kurz-Timeout Ein Kurz-Timeout ist als Instrument in einem bereits laufenden Prozess anzusehen; es kann einen solchen aber nicht ersetzen. Ein Kurz-Timeout führt für sich allein nicht zu einer nachhaltigen Veränderung; aus diesem Grund müssen sich alle Beteiligten vor Augen halten, dass nach einem Kurz-Timeout weiterhin seriös an Veränderungen gearbeitet werden muss. In den üblichen zwei bis vier Wochen eines Kurz-Timeouts können keine komplexen Zielsetzungen verfolgt werden. Die drei üblichen Kurz-Timeouts sind:
Ein Kurz-Timeout kann mehrere der oben genannten Ziele gleichzeitig verfolgen.
Mit einem Prozessorientiertem Timeout soll eine nachhaltige Veränderung bei der betroffenen Person (Klient oder Klientin) und deren Umfeld (Familie) initiiert, eingeübt und verfestigt werden. Diese Ziele werden im Rahmen der sozialpädagogischen Arbeit auf den Ebenen des Handelns (Verhaltensmuster), der Kommunikation, der (Erziehungs-) Haltung und der Struktur (Regeln, Organisation) verfolgt. Der Klient soll sich nach dem Timeout im Herkunftsumfeld mit Unterstützung der beteiligten Personen so verhalten können, dass er sein Umfeld und das Umfeld ihn nicht mehr überfordern. Am Anfang eines Prozessorientierten Timeouts steht normalerweise eine Krise. Aus diesem Grund wird – nach einem Vorgespräch – eine rasche Aufnahme angestrebt. Eine erste Platzierungsphase dient der Beruhigung der Situation sowie der Orientierung. Das Indikationsgespräch: Das für den Veränderungsprozess wesentliche Indikationsgespräch findet nach ca. 4 Wochen Orientierungsphase statt. Es bietet unter Beizug aller beteiligten Personen die Möglichkeit, das gewählte Interventionsmittel bezüglich der Zielsetzungen aber auch der vorhandenen Ressourcen zu überprüfen und/oder allenfalls alternative Interventionsmöglichkeiten zu evaluieren. Dabei wird die Problemsicht aller Betroffenen erhoben sowie eine mögliche Problemdefinition erstellt und Ziele formuliert. Nach dem Gespräch wird von TEAM-WERK eine Einschätzung bezüglich Indikation für oder gegen das Prozessorientierte Timeout abgegeben. Da die Klienten während des Prozessorientierten Timeouts meist nicht beschult werden (Ausnahmen: Polygonschule, Aufgabenzeiten in Pflegefamilie oder Fernunterricht durch Herkunftsschule) sind die schulischen Fragen zentral. Deshalb ist die Teilnahme der Schule am Indikationsgespräch wichtig, ebenso wie eine klare Stellungnahme der Schule zu Problemverhalten, Auffälligkeiten, grundsätzlicher Möglichkeit einer Rückkehr in die Schule, Auflagen der Schule für eine Rückkehr und die Form der Beschulung während des Timeouts (z.B. Fernunterricht). Die Stellungnahme der Schule wird schriftlich eingeholt. Die Schule ist aber dringend gebeten, sowohl am Vorgespräch wie auch am Indikationsgespräch teilzunehmen. Im Indikationsgespräch wird auch die Kooperation aller Beteiligten angestrebt, damit während eines Timeouts alle ‚an einem Strick in dieselbe Richtung‘ ziehen. Gerade bei einem Prozessorientierten Timeout bilden eine breit abgestützte Problemdefinition sowie die Bereitschaft des Systems, sich auf Veränderungen einzulassen, eine zentrale Ressource für einen erfolgreichen Verlauf. Die Verantwortung dafür muss von allen Beteiligten mitgetragen werden und liegt nicht primär beim Klienten. Die Struktur des Prozessorientierten Timeouts:
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Konzepte: Rahmenkonzept Leitbild Langzeitplatzierung Timeout Prozessorientiertes Timeout Krisenintervention Überbrückungsplatzierung BEO; Beobachtungsaufenthalt Sozialpädagogische Familienbegleitung |
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| 9. Mai 2012 © Copyright TEAM-WERK Ambulante und stationäre Jugendbetreuung AG, Schweiz |